Der ADAC hat die Pläne einer Blackbox für das Auto kritisiert. Der Unfalldatenspeicher sei zu teuer und gehe an der Praxis vorbei.

Unfall Blackbox
Blackbox für all Autos

Zuvor war bekannt geworden, dass sich der Bundestag schon Ende Mai einstimmig auf die Einführung der Blackbox für das Auto entschieden hatte. Damit wurde einer Empfehlung des Petitionsausschusses gefolgt, hieß es in der Saarbrücker Zeitung. Der Verkehrssicherheitsexperte der CDU, Gero Storjohann bezeichnete die verpflichtende Einführung der Auto-Blackbox als weiteren Baustein für mehr Verkehrssicherheit. Diese Blackbox soll wie bei Flugzeugen Unfalldaten erheben. Für die Autobesitzer allerdings würde dies ein weiteres Mal zusätzliche Kosten verursachen.

Statistiken belegen angeblichen Erfolg der Unfalldatenspeicher

Diese Unfalldatenspeicher gibt es hierzulande bereits seit vier Jahrzehnten, wobei sie bislang insbesondere von Speditionen, sowie der Polizei und Feuerwehr eingesetzt werden. Nach dem Einbau der Blackbox soll demzufolge ein Rückgang bei der Anzahl der Verkehrsunfälle laut EU-Kommission zwischen 20 und 30 Prozent erreicht worden sein. Die Blackbox zeigt unter anderem Drehzahl, Geschwindigkeit, Quer- und Längsbeschleunigung an. Bei der Berliner Polizei zum Beispiel soll die Anzahl der Blaulicht-Unfälle in zwei Jahren um 35 Prozent gesenkt worden sein.

Unfalldatenspeicher

ADAC: Werte sind unrealistisch

Dagegen beurteilte der ADAC diese Werte als unrealistisch. „Die Krux ist, dass sich diese Zahlen nicht auf die private Pkw-Nutzung übertragen lassen“, erklärte hierzu der ADAC-Verkehrsjurist Markus Schäpe der Welt. Bei Fahrzeugen einer Flotte mit zahlreichen verschiedenen Fahrern gebe es demnach einen großen Abschreckungseffekt mit der Aufzeichnung von Daten durch die Blackbox. „Bei jeder anderen Anwendung sehe ich das sehr kritisch“, ließ der Experte des Automobilverbandes wissen.

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