Für den deutschen Autobauer Daimler wird es in Sachen des verwendeten alten Kühlmittels in Klimaanlagen eng. Denn die EU-Kommission hat nun dem französischen Staat in Sachen Verkaufsstopp der Mercedes Modelle Recht gegeben.

Mercedes falsches Kühlmittel
Europaweites Zulassungsstopp gefordert.

Die französischen Behörden verweigern seit einiger Zeit bestimmten Modellen des deutschen Autobauers die Zulassung. Grund hierfür ist das verwendete alte Kühlmittel in den Klimaanlagen. Denn Daimler setzt in den betroffenen Wagen noch das alte Kühlmittel R123a ein. Dieses darf aber laut EU-Gesetz nicht mehr zum Einsatz kommen, das es als zu umweltschädlich klassifiziert wurde. Dagegen weigert sich Daimler, das Nachfolgemittel R234yf einzusetzen. Denn dieses ist nach Auffassung des schwäbischen Unternehmens zu gefährlich und kann bei Unfällen leicht in Brand geraten.

EU-Kommission drohte Deutschland bereits mit Verfahren

Doch eine vorläufige Untersuchung der EU-Kommission ist nun zu der Einschätzung gelangt, dass die betroffenen Wagen von Mercedes innerhalb der EU nicht mehr zugelassen werden dürfen. Selbst eine Vermarktung ist demnach ausgeschlossen. Dies erklärte nun der zuständige Industriekommissar Antonio Tajani in Brüssel. Deswegen muss nach Auffassung der EU auch Deutschland das Gesetz umgehend umsetzen, zumal die Brandgefahr durch das Mittel R234yf nicht erwiesen sein soll. In Deutschland aber werden die Wagen mit dem alten Kühlmittel noch zugelassen. Bereits vor Wochen drohte deshalb Tajani dem deutschen Staat mit einem Verfahren wegen Vertragsverletzung.

Frankreich untersagt Zulassung von A-, B- und SL-Klasse

Frankreich hingegen untersagt schon seit einiger Zeit die Zulassung der betroffenen Autos von Mercedes. Hierbei handelt es sich um Modelle der A-, B- und SL-Klasse, sowie um vereinzelte Wagen des CLA. Diese Wagen dürfen demnach zwar verkauft, jedoch nicht ausgeliefert werden. Für Daimler hingegen ändert sich in der Rechtsauffassung des Konzerns nichts. Denn nach Einschätzung des Konzerns haben die Wagen eine Typzulassung, die europaweit gültig ist. Die weitere Vorgehensweise ist bislang aber noch unklar.