Unfallwagen, versteckte Mängel, gerissene Verkäufer – für die meisten ist der Gebrauchtwagenkauf ein heikles Geschäft. Mit diesen 6 Tipps gehen Sie auf Nummer sicher.

Gebrauchtwagenkauf Tipps
Gebrauchtwagenkauf – Worauf Sie achten sollten

Ob Öl- oder Finanzkrise, der Handel mit gebrauchten Fahrzeugen boomt immer. Immer mehr Menschen müssen auf ein gebrauchtes Fahrzeug zurückgreifen, weil ein Neuwagen einfach nicht im Budget liegt. Das ist keinesfalls etwas schlechtes, denn bei einem Gebrauchtwagen sind oftmals alle lästigen Rückrufaktionen des Herstellers durchgeführt und der Wertverlust, welcher sich bereits beim Herunterfahren vom Parkplatz des Autohauses einstellt, ist ebenfalls kein Thema mehr.

Hinzu kommt, dass Ersatzteile für Gebrauchtwagen viel günstiger sind, als bei Neuwagen. Vor allem in Onlineshops macht sich der preisliche Unterschied stark bemerkbar. Da aber nicht alle Gebrauchtwagenhändler Engel auf Wolken sind, welche einem Gutes tun möchten, obwohl diese einem genau das vermitteln wollen, sollten Sie einige Dinge beim Gebrauchtwagenkauf beachten.

1. Tipp – Der erste Blick

Spaltmaße zwischen Motorhaube und Kotflügel, Heckklappe und Seitenteil, Tür und B-Säule geben Aufschluss über einen eventuellen Unfall. Sind die Spaltmaße auf beiden Seiten gleich breit, ist alles in Ordnung, sind Unterschiede zu erkennen ist Vorsicht geboten, da es sich hier um ein Unfallfahrzeug handeln könnte. Unterschiedliche Farbtöne im Lack sind ebenfalls ein Indiz, dass hier etwas nicht stimmt.

Des Weiteren gilt es auf die Reifen zu achten. Diese haben einen bestimmten Code, welcher das Alter verrät. Älter als 3-4 Jahre sollten gebrauchte Reifen nicht sein. Das bestätigt auch der ADAC. Außerdem sollten diese über mindestens 4mm Profiltiefe verfügen und nicht zu porös sein, da sonst ganz schnell ein Reifenwechsel ansteht, der genauso wie der Gebrauchtwagenkauf, ins Geld gehen kann.

Hinweis: Achten Sie dabei nicht nur auf die montierten Reifen sondern schauen Sie sich auch die Winterreifen an.

2.Tipp – Ruhig mal in die Hocke gehen…

Auch ohne Hebebühne, kann und sollte man einen Blick auf wichtige Bauteile werfen. Mit einer Taschenlampe können gebrochene Federbeine, „schwitzende“ Stoßdämpfer (leicht ölig), durchgerostete Radläufe und poröse Bremsschläuche entlarvt werden. Wenn möglich, liefert uns ein Blick durch die Felge Aufschluss, ob die Bremsbeläge noch einen Belag haben und die Bremsscheiben noch gut aussehen.

3. Tipp – Unter der Haube ist eine Menge los!

Ölstand prüfen

Beim Blick unter die Haube, sollten alle Flüssigkeitsstände überprüft werden dazu gehören zum Beispiel:

  • » Motoröl (je nach Laufleistung alle 15.000km oder nach einem Jahr)
  • » Bremsflüssigkeit (alle 2 Jahre)
  • » Kühlwasser (Frostschutz vorhanden?)
  • » Getriebeöl (bei Automatik)

Aber auch auf gerissene Kabel, Schläuche und Leitungen, sowie Roststellen oder Flüssigkeitsaustritt sollten Sie einen Blick werfen. Denn ein Verlust von Flüssigkeiten deutet oft auf einen sogenannten Wartungsstau hin, sprich der Fehler ist bekannt wird aber vor dem Verkauf nicht mehr behoben.

Hinweis: Achten Sie beim Kauf auf die angegebenen Wartungsintervalle. Wann ist der nächste Ölwechsel oder Bremsflüssigkeitswechsel fällig.

4. Tipp – Wie hört sich der Motor an?

Startet der Motor gut und läuft dieser Rund, ist das ein gutes Zeichen. Wenn er jedoch stark stottert, dichter weißer oder bläulicher Rauch aus dem Auspuff kommt, ist Vorsicht geboten. Wobei es bei längerer Standzeit des Gebrauchten zu einer Ansammlung von Kondenswasser kommen kann. Das sollte sich allerdings nach kurzer Zeit legen.

» Weißer Rauch deutet meistens auf einen defekten Kühlerthermostat oder -regler hin. Meistens lässt sich bei weißen Rauch eine zusätzliche Verminderung der Heizleistung und ein erhöhter Benzinverbrauch messen. Die Reparatur hält sich allerdings in kleinen bis mittleren Rahmen.

» Bläulicher Rauch zeigt das Öl verbrannt wird. Mögliche Ursachen wären eine verschlissene Kopfdichtung oder aber Ölabstreifringe. Im schlimmsten Fall handelt es sich um einen oder mehrere defekte Kolben. Eine Reparatur kann enorme Kosten verursachen, je nach Schwere des Schadens am Motor.

» Motor stottert beim Anlassen hier können veralte Zündkerzen aber auch ein falsch aufgesetzter Zahnriemen schuld sein. Sind nur die Zündkerzen schuld am stottern, ist das kein großes Problem. Wurde aber der Zahnriemen falsch aufgesetzt sind die gesamten Steuerzeiten vom Motor verstellt. Führen Sie bei den Zündkerzen unbedingt eine Sichtkontrolle durch, sonst könnte der Motorschaden bereits auf der Heimfahrt auftreten.

Mein Tipp: Kleine Reparaturen bieten eine gute Basis um den Preis nach unten zu drücken.

5. Tipp – Ich fahre mal eine Runde

Eine Probefahrt sollte möglichst ohne Händler stattfinden, da dieser unentwegt reden könnte oder das Radio einschaltet, um eventuelle Fahrgeräusche zu übertünchen. Bei der Probefahrt sollten Sie das Auto gleich ein wenig auf Herz und Nieren testen.

Getriebe und Kupplung: Gänge nacheinander durch schalten und auf Schwergängigkeit prüfen. Mit dritten Gang und getretener Fußbremse die Kupplung kommen lassen. Rutscht diese durch ist eine neue Kupplung fällig.

Bremsen: Bei niedriger Geschwindigkeit ein paar mal abbremsen. Lässt sich das Pedal zu weit durch treten ist das ein Hinweis auf abgenutzte Bremsen (Beläge und Scheiben müssen meist getauscht werden).

6. Tipp – Der hat die besten Jahre noch vor sich…ehrlich

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, lautet ein sehr kluges Sprichwort. Ein Händler will günstig ankaufen und teuer verkaufen. Alles andere macht keinen Sinn. Eine Probefahrt wie bereits beschrieben, kann direkt in eine Werkstatt führen. Einige nette Kfz-Mechaniker nehmen das Fahrzeug für ein kleines Trinkgeld bestimmt gerne kurz unter die Lupe.

Einen Bekannten zum Autokauf mitzunehmen, welcher sich mit der Materie auskennt oder eine Werkstatt zu besuchen. Dadurch lässt sich zum Beispiel klären ob der Kilometerstand manipuliert wurde. Wichtig! Stellen Sie die richtigen Fragen und befolgen Sie diese Tipps das ist bereits ein guter Weg zum Gebrauchtwagenkauf. Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg und dass Sie bald das richtige Auto für sich finden.