Glatte Straßen und vereiste Scheiben, so kennen Autofahrer die kalte Jahreszeit. Doch ist ihr Auto fit für den Winter? Mit diesen 8 Tipps erfahren Sie worauf man achten sollte.

Auto winterfest machen

Jedes Jahr werden hunderte Autofahrer vom Wintereinbruch förmlich überrascht. Doch dabei kommt der Winter jedes Jahr aufs Neue und ist ganz anders wie ein Sommergewitter oder Herbststurm vorhersehbar. Das heißt wer rechtzeitig vorsorgt, also sein Auto winterfit macht, kann sich beruhigt zurück lehnen und wird nicht eiskalt überrascht.

Damit Sie wissen worauf Sie beim Wintercheck achten sollten haben wir im Folgenden die wichtigsten 8 Tipps zusammengestellt.
 

Inhaltsverzeichnis – 10 Tipps

» 1.Tipp – Bereifung wechseln und prüfen » 5.Tipp – Türschlösser warten
» 2.Tipp – Batterie testen » 6.Tipp – Dichtungen pflegen
» 3.Tipp – Flüssigkeiten kontrollieren » 7.Tipp – Scheibenwischer checken
» 4.Tipp – Karosserie reinigen » 8.Tipp – Bremsen prüfen

 

1.Tipp – Bereifung wechseln und prüfen

Die Temperaturen sinken nach und nach ab und Sommerreifen, die in der warmen Jahreszeit gute Fahreigenschaften beweisen konnten, nehmen beim Bremsverhalten und Lenkverhalten deutlich ab. Das erkennt man sehr gut an polternden Reifengeräuschen auf der Fahrbahn. Daher sehen sich Autofahrer mit der Frage konfrontiert: „Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Wechsel von Sommer- auf Winterreifen“. Hier gibt es natürlich kein festgelegtes Datum aber eine Faustregel die sich sehr einfach einprägen lässt.

Faustregel: Sommerreifen von O (Ostern) bis O (Oktober).

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Hier gilt!

Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt sowohl bei Sommerreifen als auch bei Winterreifen bei 1,6mm. Dennoch haben Tests ergeben das Reifen bereits unter 4mm Profiltiefe ein deutlich schlechteres Fahrverhalten aufweisen.

Neben dem Wechsel der Reifen müssen Sie natürlich auch auf die Profiltiefe achten. Denn alleine die M+S Kennung nützt bei abgefahrenen Reifen nichts. Also müssen neue Pneus her und wer zudem noch sparen will kauft seine Reifen online.

2.Tipp – Batterie testen

Damit das Auto auch bei tiefsten Minusgraden anspringt, benötigt der Anlasser ordentlich Strom. Dieser kommt von der Batterie und wenn diese schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat führt Frost und Kälte trotz richtiger Pflege schnell zum Kältetod. Die Folge: ohne Starthilfe (So wird es gemacht) bekommen Sie das Fahrzeug nicht mehr gestartet. Daher sollten Sie ihre Batterie einmal genauer anschauen und auf das Alter beziehungsweise Oxidation an den beiden Batteriepolen achten. Eine reine Sichtkontrolle reicht in den meisten Fällen allerdings nicht aus.

Hinweis: Das Alter der Batterie erkennen Sie an der eingestanzten Jahreszahl auf dem Batteriepol oder dem Etikett.

Zusätzlich sollten Sie die Batterie testen. Das können Sie einfach in einer Werkstatt ihrer Wahl tun oder aber auch selbst erledigen. Dafür nehmen Sie ein handelsübliches Multimeter oder Voltmeter zur Hand und legen die Anschlusslitzen auf den Plus- und Minuspol. Wählen Sie anschließend einen Messbereich von 0-20 V aus und lassen Sie das Auto von einem Helfer starten. Fällt die Spannung dabei unter 10 V ab, wird es Zeit für eine neue Starterbatterie.

3.Tipp – Flüssigkeiten kontrollieren

Neben dem Motoröl und dem Scheibenwischwasser sollten Sie die Füllmenge und Konzentration des Kühlmittels kontrollieren. Hierfür empfiehlt sich das Messen bei kaltem Motor. Optimal wäre der Flüssigkeitsstand zwischen Min. und Max. wobei er eher zu Minimal tendieren sollte da sich die Kühlflüssigkeit erwärmt und sich dadurch ausdehnt. Zu viel Flüssigkeit im Kühlsystem kann einen Schaden am Motor verursachen!

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Flüssigkeiten

Die folgenden Flüssigkeiten sollten Sie prüfen:

  • – Kühlflüssigkeit
  • – Motoröl
  • – Bremsflüssigkeit
  • – Scheibenwischwasser

Um auf Nummer sicher zu gehen sollte der Frostschutz bis zu -25 Grad aushalten.

Wer die Kühlflüssigkeit bei warmem Motor prüfen möchte. der sollte unbedingt bedenken dass der Behälter unter Druck steht! Das können Sie sehr gut am Zischen der Luft beim Öffnen des Deckels hören. Der Flüssigkeitsstand lässt sich aber auch von außen ablesen. Aber nicht nur die richtige Menge des Kühlmittels ist entscheidend sondern auch der Frostschutzanteil. Um diesen zu ermitteln kommen Sie allerdings um eine Fahrt zur Werkstatt nicht herum. Hier kann man Ihnen dann sagen bis wieviel Grad der Frostschutz reicht.

4.Tipp – Karosserie reinigen

Bevor der Winter also so richtig durchstartet sollten Sie ihr Fahrzeug einmal gründlich von außen reinigen. Denn ausgiebige Wäschen sind im Winter bei eisigen Wetter nur sehr schlecht zu bewerkstelligen. Daher fahren Sie mit dem Auto in die Waschstraße oder Waschen es selber von Hand. Vergessen Sie dabei nicht den Unterboden denn dieser wird neben Stoßstange und Kotflügel gerade in der Winterzeit sehr stark strapaziert.

Nach dem Trocknen sollten Sie dem Auto etwas Politur gönnen, das schließt zum einen kleine Haarrisse und zum anderen konserviert es den Lack. Auch Streugut und Schmutz haften weniger gut an der Karosserie. Im Winter sollten Sie ihr Auto etwa alle 2 Wochen von außen Waschen, da Streusalz sehr aggressiv am Lack und Blech nagt.

5.Tipp – Türschlösser warten

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Tricks für die Wartung!

Als erstes müssen Sie sich das Türschloss vornehmen, meist muss dafür die Türpappe abgebaut werden. Dann fetten Sie alle beweglichen Teile am Schloss gut ein. Danach können Sie Silikonspray direkt in den Schließzylinder sprühen. Dass verdrängt Feuchtigkeit und spült losen Schmutz heraus. Schließzylinder mit Küchenkrepp abtupfen.

Bei vereisten Türschlössern hilft auf die Schnelle Türschlossenteiser. Doch um nicht jeden Tag aufs Neue zum Enteiser zugreifen, gibt es ein paar einfache Tricks. Durch Autowäschen und Regen wird im Laufe der Jahre das Fett aus den Schließzylindern gespült. Kommt jetzt noch ein paar Mal der Türschlossenteiser dazu, ist keine Schmierung mehr vorhanden. Schmutz, Dreck und Feuchtigkeit haben also frei Bahn und wenn es jetzt friert dreht sich das Türschloss nicht mehr. Wenn Sie jedoch ihre Türschlösser pflegen und so wie im nebenstehenden Tipp warten, gehören vereiste Türschlösser der Vergangenheit an.

Natürlich verfügen die meisten Fahrzeuge heute über moderne Schließanlagen wo nur noch eine Fernbedienung genutzt wird. Doch gerade im Winter kann auch solche Fernbedienung ausfallen und schon bleibt die Autotür zu.

6.Tipp – Dichtungen pflegen

Nicht nur Schlösser können vereisen sondern sogar die komplette Tür. Schuld daran ist Feuchtigkeit in oder auf den Dichtungen. Denn umso älter das Fahrzeug wird desto poröser und brüchiger werden die Türgummis und Dichtungen. Das liegt daran weil der Weichmacher im Gummi aushärtet.

Die Lösung ist also ganz einfach. Sie müssen die Gummidichtungen pflegen. Das geht am besten mit Fettstiften aus dem KFZ-Zubehörhandel, Talkum oder aber mit ganz normaler Vaseline. Sie geben den Dichtungen nicht nur einen schönen Glanz sondern machen diese schön geschmeidig. Dadurch kann Nässe nicht eindringen und die Dichtungen werden Wasserabweisend.

7.Tipp – Schweibenwischer checken

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Gummipflege!

Bevor Sie allerdings Dichtungen oder Wischerblätter behandeln und reinigen. Sollten Sie mit Silikonentferner oder Verdünnung gereinigt werden. Dadurch befreien Sie die Poren von Staub und Schmutz und verhindern so die Feuchtigkeitsaufnahme und Schlieren auf der Windschutzscheiben.

Klare Sicht ist ein absolutes Muss für Fahrten auf nebligen Landstraßen oder im verschneiten Winter. Dafür müssen Sie aber nicht nur ihre Frontscheibe pflegen sondern auch die Scheibenwischer oder besser gesagt die Wischerblätter. Da diese genau wie die Türdichtungen aus Gummi oder Silikon sind, werden Sie je nach Abnutzung porös. Die Folge die Wischer kleben an der Windschutzscheibe oder die Wischerlippe reißt einfach ab.

Da neue Scheibenwischer kein Vermögen kosten, sollten Sie spätestens vor dem Wintereinbruch neue Wischer montieren. Auch Wischerblätter die nur ein paar Schlieren ziehen werden den Winter wohl nicht überstehen. Außer man versucht noch einmal gründlich zu säubern, dazu lesen Sie den nebenstehenden Tipp.

8.Tipp – Bremsen prüfen

Die Bremsen bilden Sommer wie Winter ein wichtiges Sicherheitsmerkmal für das Fahrzeug. Denn ohne gute funktionierende Bremsen bekommen Sie das Auto in einer Gefahrensituation nicht rechtzeitig zum Stillstand. Hier sollten Sie also genau hinschauen und die Bremsbelagsdicke und die Stärke der Bremsscheiben prüfen.

Das können Sie am besten mit dem ersten Tipp kombinieren, denn sind die Räder erst einmal runter haben Sie frei Sicht auf die Bremsscheiben und die Bremsbeläge. Wer allerdings auf der Hinterachse noch Bremstrommeln hat muss mit einem Schraubenzieher den Gummistopfen der Wartungsöffnung entfernen. Erst dann können Sie mit einer Taschenlampe den Belag auf den Bremsbacken prüfen.


Wenn Sie diese 8 Tipps befolgen und ihr Auto so fit für den Winter machen, können Sie gelassen der kalten Jahreszeit entgegensehen. Außerdem sind die Tipps zur Pflege nicht nur was für den Winter, denn Sie dienen auch dem Werterhalt des Fahrzeugs. Was sich immer positiv auf einen etwaigen Verkaufspreis auswirkt.