Die geplante VW-Übernahme durch Porsche wird nun strafrechtliche Relevanz gewinnen. Denn die Staatsanwaltschaft in Stuttgart erhebt gegen den ehemaligen Porsche-Chef Wiedeking Anklage wegen Kursmanipulation.

Ex-Porsche Chef Wiedeking wird angeklagt
Ex-Porsche Chef Wiedeking wird angeklagt

Dies ist das Ergebnis nach einer Ermittlung von drei Jahren durch die Staatsanwaltschaft. Zudem wird auch der ehemalige Finanzvorstand von Porsche, Holger Härter, angeklagt. Auch er soll daran beteiligt gewesen sein, den Aktienkurs des Sportwagenbauers im Zuge der VW-Übernahme manipuliert zu haben.

Drei Jahre Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft beendet

Den beiden Managern wird vorgeworfen, im Jahr 2008 in öffentlichen Verlautbarungen des Autoherstellers falsche Angaben über den Kauf von VW-Anteilen gemacht zu haben. Entgegen den tatsächlichen Absichten sei ein Beherrschungsinteresse dementiert worden.

Verteidiger weisen Vorwürfe umgehend zurück

Die Verteidiger der beiden führenden Handelnden bei Porsche wiesen die Anschuldigungen bereits als unbegründet zurück. Sie sehen keine Erfolgsaussichten für die Kläger. Sollten die Vorwürfe der Strafverfolgungsbehörde für die Aufnahme eines Gerichtsverfahrens ausreichen, müssen sich die beiden Beschuldigten vor dem Landgericht Stuttgart verteidigen. Den Vorwurf der Untreue hatte die Staatsanwaltschaft zuvor fallen gelassen.

Die Vorgänge im Detail

Bei den Vorwürfen geht es um die einst gescheiterte Übernahme von Porsche durch VW. Im Oktober des Jahres 2008 erklärte die Porsche AG, den heute größten europäischen Autobauer übernehmen zu wollen. Das Unternehmen in Zuffenhausen teilte mit, dass bereits 43 Prozent der VW-Aktien gehalten werden, zudem wurde demnach eine Kaufoption für den Zugriff auf weitere 31,5 Prozent der Aktien von Volkswagen erworben. Daraufhin stieg die VW-Aktie an den Börsen enorm. Später fiel der Kurs aber wieder, Porsche machte einen Verlust von mehr als zehn Milliarden Euro und ist inzwischen bekanntlich von VW wiederum übernommen worden. Investoren fühlten sich daraufhin falsch informiert und um ihre Finanzen betrogen, dies sieht nun auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart so.