Die Vorgaben aus Brüssel sind klar: bis zum Jahr 2025 soll der durchschnittliche Verbrauch bei neuen Fahrzeugen auf drei Liter halbiert werden. Da die deutschen Autobauer dies für nicht machbar hält, soll nun die deutsche Bundeskanzlerin helfen.

VDA Hilferuf 3 Liter Auto
VDA: Hilferuf an Bundeskanzlerin

Aus diesem Grunde wollen sich Audi, BMW, Daimler und Co. gegen die schärferen Regeln beim Klimaschutz der EU wehren. Denn die Auflage eines Verbrauchs von drei Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern im Durchschnitt ist nach Einschätzung der Hersteller nicht möglich. Deshalb hat nun der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, einen Hilferuf in Form eines Briefes an Kanzlerin Angela Merkel gesandt. Der einstige Ministerkollege von Merkel warnt in dem Schreiben laut Medienberichten davor, dass es nicht zu einem „Kaputt-Regulieren“ des starken Premiumsegmentes in Deutschland kommen dürfe. Immerhin mache der Bereich der Premiumklasse nahezu 60 Prozent der Arbeitsplätze in der deutschen Automobilindustrie aus.

Wissmann fordert kompletten Verzicht auf Grenzwertfestlegung

In dem Brief erklärte Wissmann weiterhin: „Die für unsere Unternehmen wichtigen Themen sind ein Verzicht auf die heutige Grenzwertfestlegung für 2025, eine stärkere Anrechenbarkeit besonders effizienter Modelle auf den Flottendurchschnitt eines Herstellers („Supercredits“) sowie die Sicherstellung eines verlässlichen Messverfahrens für die CO2-Emissionen der Autos.“ Die Automobilhersteller hoffen, dass die Politik ab dem Jahr 2021 umschwenken wird und beispielsweise eine Regulierung des CO2-Ausstoßes über die Mineralölsteuer vornehmen.

Der Hintergrund der Diskussion

Hintergrund der Debatte ist ein Entwurf der EU-Kommission, der im Juli 2012 vorgestellt wurde. Diese Regelung ist dabei vom Umweltausschuss des Europaparlaments sogar noch weiter verschärft worden. Nun aber muss sich das Parlament noch mit den nationalen Umweltministern der EU auf eine letztendlich endgültige Regelung einigen. Für die deutschen Premiumhersteller Audi, BMW oder Mercedes ist die angedachte 3-Liter-Regelung schwer zu erfüllen mit Blick auf die größeren und schwereren Autos als es zum Beispiel bei Ford oder Fiat der Fall ist. Denn deren Neuwagen sind leichter, sodass sie dadurch auch mit einem geringeren Verbrauch ausgestattet sind.