Neuwagen verbrauchen meist mehr Sprit als vorher angegeben wurde
Neuwagen verbrauchen meist mehr Sprit als vorher angegeben wurde

Dass Neuwagen meistens mehr Sprit verbrauchen können, als vom Hersteller angegeben, ist nicht sonderlich überraschend. Allerdings reichen kleine Abweichungen nicht, den Wagen wieder zurückzugeben. Zu dieser Entscheidung gelangte das Oberlandesgericht Hamm.

Mehrverbrauch von bis zu zehn Prozent annehmbar
Nach Einschätzung des Gerichts ist eine Abweichung erst dann gravierend, wenn die Abweichung mindestens zehn Prozent der Angaben beträgt. Erst in diesem Fall hat der Käufer des Neuwagens ein Recht auf eine Rückgabe, da erst in diesem Fall ein Mangel vorliegt. Alle darunterliegenden Abweichungen von den Angaben des Neuwagenherstellers müssen demnach hingenommen werden, wie das Oberlandesgericht in Hamm im Urteil mit dem Aktenzeichen I-28 U 12/11 nun festgestellt hat.

Verbrauch von 7,7 Litern bei Angabe 7,2 Liter muss hingenommen werden
In dem konkreten Fall ging es um einen Autobesitzer, bei dessen Wagen der Hersteller einen Spritverbrauch von 7,2 Litern auf 100 Kilometer angegeben hatte. Ein Gutachter hatte im Fahrversuch jedoch einen Verbrauch von 7,7 Litern festgestellt. Zu wenig Abweichung für eine Rückgabe des Wagens, wie das Gericht entschied. Hier hätte demnach mindestens ein Verbrauch von 7,92 Litern auf 100 Kilometer vorliegen müssen, um den Neuwagen zurückzugeben.

Berufung auf Urteil des Bundesgerichtshofes
Bei ihrem Urteilsspruch beriefen sich die Richter auf ein entsprechendes Urteil des Bundesgerichtshofes. Darüber hinaus erklärten die Richter, dass die Verbrauchsangaben des Herstellers sich nicht auf ein konkretes Fahrzeug beziehe, sondern auf ein Labor-Prüffahrzeug, das allgemein der Wagenserie zugeordnet sei.

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