Entfernen von Unfallstelle keine Fahrerflucht
Entfernen von Unfallstelle keine Fahrerflucht

Wer auf einem Parkplatz an einem Unfall mit einem Einkaufswagen beteiligt ist und danach die Unfallstelle verlässt, der begeht keine Fahrerflucht.

Der konkrete Fall
Zu diesem für manchen Experten überraschenden Urteil gelangte das Landgericht Düsseldorf (Aktenzeichen 29 Ns 3/11). In dem konkret in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen verhandelten Fall hatte ein Mann mit einem Lastwagen der Firma, in der er angestellt war, ein Einkaufszentrum in Ratingen bei Düsseldorf aufgesucht. Nach dem Einkaufen suchte er mit seinen beiden vollgepackten Einkaufswagen den Lastwagen auf. Beim Einladen rollte einer der beiden Einkaufswagen weg und rammte einen Alfa Romeo, der gegenüber parkte. Ohne auf den Besitzer dieses italienischen Wagens zu warten, entfernte sich der LKW-Fahrer vom Unfallort.

Wegen Unfallflucht verurteilt worden
Die Staatsanwaltschaft allerdings ermittelte den LKW-Fahrer und klagte ihn wegen Fahrerflucht an. Das Amtsgericht Ratingen verurteilte den Mann daraufhin wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Der Mann sollte 40 Tagessätze zu je 20 Euro bezahlen. Dieses Urteil kassierten nun allerdings die Richter des Landgerichts in Düsseldorf. Denn demnach ist eine Fahrerflucht nur dann möglich, wenn es sich um einen Unfall im Straßenverkehr handelt. In diesem konkreten Fall allerdings ging der Unfall weder auf eine Bewegung des Lastwagens, noch des Alfa Romeo zurück, sondern auf den sich selbständig machenden Einkaufswagen. Dadurch handelt es sich also um keine Fahrerflucht, wenn ein Fahrzeug auf einem Supermarktparkplatz von einem Einkaufswagen beschädigt wird und der Verursacher sich entfernt.

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